Joey BadA$$ – B4.DA.$$ – Review

Der Name geht gar nicht! JayOhVee, war auch nicht besser. Dafür ist der Junge Mann aus Bedstuy/Brooklyn aber zum Glück ein Licht am Ende eines immer dunklerer gewordenen Rap-Tunnels. Endlich wieder jemand der an die GoldenEra anknüpft und den guten alten Scheiss aus den 90er um die Ohren haut. Er befindet sich irgendwo zwischen Nas, MosDef und MobbDeep. Und bringt die Eastcoast wieder zurück auf meine Landkarte. Bisher konnte er vor allem mit seinem Mixtape überzeugen. Jetzt sein Debütalbum erschienen: B4.DA.$$.


17 Tracks befinden sich auf dem von StatikSelektah u.a. produzierten Album. Zwei davon Bonustracks sowie ein Interlude zu Paper Trail$. Niemand geringer als Premier produzierte PaperTrail$ und zeigt wieder mal dass er sein Handwerk versteht. Und diesmal so gut, dass man nicht wieder gelangweilt denkt: „Ah. Schon wieder Primo!“ Wenn man´s weiß, klar Primo. Aber er nimmt sich hier zurück und läßt Joey die ersten 40-50 Sekunden langsam warm werden und zögert den Beat so lange raus wie möglich. Man wartet förmlich darauf, dass es loskracht. Und bevor mans gerafft hat, hat Primo sich schon ganz geschmeidig ins Ohr gefummelt. Zaubertrick! Und Joey darf seine Interpolation von C.R.E.A.M präsentieren. Sehr schön wie sich dieser talentierte Junge Künstler vor den 90ern verbeugt, die er wohl kaum aktiv erlebt hat. In Big Dusty quetscht Joey dann, wie aus seinen Mixtapes bekannt, seine Lyrics aus dem tiefsten Tiefen seines Körpers über einem schönen düsteren MobbDeep-esken Beat. Hazues View wirkt dagegen wieder sehr mellow und laid back. Einer der besten Songs auf dem Album. Like Me war live bei Jimmy Fallon zu sehen und hat mich letztendlich auch zum Kauf überredet. Unterstützt durch BJ The ChicagoKid (Kendrick LamarSchoolboy QAb-Soul) und den Roots. Produziert von J-Dilla. Sehr feines Ding!
Mit No.99 wird wieder was härter. Hier kann wieder hüpfen wie früher. Wir nannten es tanzen. Erinnert mich so ein bisschen an Wicked von IceCube. Aber nur ein bisschen! Escape 120 erwartet einen mit einem dubbigen Drum´n´Bass Beat der aber zum Glück nicht nervt, sondern eher Spaß macht. Black Beetles ist die Nummer 2 auf dem Album für mich. Eine Hammer Melodie, ein Hammer Refrain und wieder sehr schön mellow. Muss man hören! Kann man nicht beschrieben und ich will nicht schon wieder irgendeinen Vergleich ziehen. Könnte aber super zu den Souls of Mischiefs passen. O.C.B. die obligatorische OCB-Verneigung der kiffenden HipHop-Welt. Hätte eher auf einem MixTape platz gefunden, aber ist n guter Track. Im ersten Bonus Track Run Up On Ya kommt ein Feature mit Action Bronson aka BämBämBronsilinho aka Einen fetten Rapper muss immer geben. Im zweiten Bonus Teach Me (how to dance) feat. Kiesza machen wir wieder Bekanntschaft mit einem trippigen DrumNBass Beat. Gefällt mir! Und Kiesza kann im da wohl einiges zeigen.

Obwohl Bad und Ass und Dollars. Ein wirklich streckenweise sehr ruhiges Album. Hatte hartes Gangster Zeug erwartet, wie es derzeit ja überall Mode ist und wurde positiv überrascht. Endlich mal wieder ein durchweg gutes Album Kein Song hängt so richtig durch. Dafür stechen aber 3 hervor.
Von mir 4/5 Punkten.

 

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ill-lumi Verfasst von:

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