Paleo – Whole 30

Ich habe meine Ernährung vor etwas über 8 Monaten weitestgehend auf Paleo umgestellt. Grund hierfür war in erster Linie Übergewicht aber auch der Wunsch  gesund zu kochen und nicht immer nur Fast-Food in mich reinzuschaufeln.
Paleo schien mir hier der richtige Ansatz zu sein. Für jemanden wie mich, der sich wirklich hauptsächlich aus der Tiefkühltruhe im Supermarkt oder bei den gängigen FastFood-Ketten bedient hat, war der radikale Schritt zur Paleo-Ernährung relativ einfach. Wahrscheinlich auch weil ich wollte und interessiert war. Die ersten Versuche waren etwas … holprig und nicht alles schmeckte. Manche Experimente tun das auch heute nicht. Aber wichtig ist, sich mit den Lebensmitteln in ihrer reinen Form, eben ohne den von der Industrie hinzugefügten meist sinnlosen Zusätze, auseinanderzusetzen.

Aber was kocht man? Was kann man essen? 

Perfekter Einstieg ist die sogenannte Whole30. Also 30 Tage am Stück ohne Getreide, Zucker, Konservierungsstoffe, künstliche Aromen oder Farbstoffen.
In diesen 30 Tagen entgiftet der Körper und stellt langsam um Fettverbrennung, da ihm die üblichen Lieferanten wie Getreide und Zucker fehlen. Eiweiß, Proteine und gute Fette bilden nun die benötigte Energie für den Tag.
Um die 30 Tage durchzuhalten sollte man jedoch strategisch seinen Tag bzw. seine Einkäufe planen.
Da ich jetzt gerade, nach Weihnachten, wieder 30 Tage beginne, dachte ich mir diese in einem kleinen Log-Buch festzuhalten und anderen einen schnellen Einstieg zu ermöglichen bzw. Hilfestellung zu liefern.

Fangen wir also an …

Tag 1
Die Herausforderung bei den ersten 30 Tagen ist wohl für die meisten das „Fehlen“ eines Brötchens oder Toasts am Morgen. Das sollte man aber durch neue Rituale ersetzen. Ich esse morgens gerne Eier, die sättigen mich am meisten. Oder eine Schale mit Obst, vor allem im Sommer, da ist Auswahl am größten, dazu noch 2-3 Löffel „Knusper“-Nüsschen. Glaubt mir nach 2 Monaten fällt dass keinem mehr schwer. Eine weitere Herausforderung kann am Anfang ein flaues Gefühl im Magen sein. Denn der Körper hätte ganz gerne seine gewohnten Kohlenhydrate aus Getreide und raffiniertem Industriezucker. Da müsst ihr leider durch. Ich hab dann gerne, wahrscheinlich auch zuviel, Obst zwischen gesnackt. Immer mal ein paar Trauben oder Apfelspalten. Hilft erstmal! Nach 3-4 Tagen ist der Spuk aber vorbei. Also … durchhalten.

Paleo Whole30 - Tag 1
Paleo Whole30 – Tag 1

Tag 2
Blumenkohl und Brokkoli enthalten viel Vitamin C und Mineralstoffe. Brokkoli war am Anfang so gar nicht meins und erst durch Paleo hab ich zu dem grünen Gemüse gefunden. Aufläufe sind in der Palio-Ernährung eine kleine Herausforderung da eigentlich keine Milchprodukte erlaubt sind. Wenn man für sich ein Problem mit Laktose ausschliessen kann, kann man hier und da wieder was einfügen. Ich nehme dann  aber trotzdem meist nichts von den klassischen wilden Sachen. Gouda oder so. Sondern nehme Hüttenkäse, Schafs- oder Ziegenkäse.

Paleo, Whole30, Tag 2
Paleo, Whole30, Tag 2

Tag 3
Winterzeit ist Suppenzeit! Hat man noch Zutaten übrig vom Vortag über, bieten sich Suppen einfach an. Aus fast allem kann sich sein Püppchen kochen. Im Handel gibt es mittlerweile auch nutzbare Rinderbrühen. Einfach mal auf die Zutaten achten! Eigentlich ganz einfach. Keine Zusatzstoffe, nichts was irgendwelche Buchstaben als Name hat, kein Sonnenblumen- oder Rapsöl, etc.

Wer auf der sicheren Seite sein will findet im Internet genügend Rezept für Rinder- oder Hühnerbrühen zum Vorratsköchen. Dies nimmt jedoch recht viel Zeit in Anspruch und sollte dann wohl mal aufs Wochenende verschoben werden. Man hat aber nicht immer Zeit oder Lust die mehrere Stunden kochende Brühe zu beaufsichtigen. Daher Marke im Super- oder Biomärkten suchen und merken bzw. auf Vorrat kaufen.

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Tag 4
An manchen Tagen wird das mit der Zeit noch enger. Manchmal weiß man das im Voraus manchmal aber eben nicht.
Dann kommt Fall X zum tragen. In der Umgebung gibt es immer irgendwas auf irgendeiner Karte was noch paleokonform ist, oder was man so bestellen kann das es passt. Tag 4 ist da ein normales Beispiel. Ich könnte natürlich so wie in vielen Ernährungsplänen 3 mal am Tag kochen. Ist aber eben nicht immer realistisch oder umsetzbar. Man muss ja leider auch zwischendurch auch arbeiten. Paleo soll kein Stress werden, sondern Spass machen.

Tag 5

Süßkartoffel hab ich auch erst durch Paleo kennengelernt. Man kennt sie mittlerweile auch vom Discounter. Für mich aber definitiv eine Alternative zur sehr stärkehaltigen Kartoffel. Die im Graubereich bei Paleo liegt. Kann man mal machen, in den 30 Tagen aber besser weglassen. Daher greife ich eigentlich fast ausschliesslich auf Süßkartoffeln zurück. und spare mir den „Graubereich“ für Sonntags bei Schwiegereltern oder Mutter. Hier mit einer leckeren Kreuzung aus Cevapcici und Bifteki.

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Tag 6
Bekannte Gerichte kann man auch paleokonform kochen. Man muss teilweise nur einwenig umdenken. Vor allem die Klassiker machen oft am meisten Spass und schmecken dann auch schnell am besten. Hier Ossobucco. Beinscheibe am Knochen. Wieder viel Mineralien durch Knochen und Kochenmark.

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Tag 7
Das große weite Internet bietet auch diverse Rezepte. Wer mutig ist testet da mal das ein oder andere Rezept. Viele Seiten sind auf englisch aber leicht verständlich. Manche Schüsse können da aber auch nach hinten losgehen.

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Tag 8
Auch in der Paleoernährung kann man krank werden. Leider. Ingwertee hilft!

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Tag 9
Paleo360.de ist eine feine Anlaufstation für Rezepte. Hier gibt es ein Schokochili das seinesgleichen sucht. Ausserdem hat Nico Richter mittlerweile sogar schon sein zweites Buch auf dem Markt. Empfehlung von mir!

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Tag 10
Winter hat auch Vorteile. Heute gibts Grünkohl. Der Sommer bietet aber soviel schöne leckere Früchte. Ich bin eher ein Sommermensch. Melonen, Erdbeeren. Da brauch ich gar nichts anderes.

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Tag 11
An manchen Tagen gibt es Mittags keine Möglichkeiten sich etwas warm zu machen. Da muss man eben auf Obst zurückgreifen. Im Sommer wie gesagt ganz einfach und sowie mein Favorit. Aber auch im Winter eine Alternative.

Tag 12

Nach knapp 2 Wochen fange ich wieder mit kleinen Ess-Pausen an.  Mittags gab es nur Luft und Liebe.

Tag 13
Salat funktioniert auch im Paleouniversum. Und ist schnell gemacht, wenn der Tag nicht so läuft wie geplant. Mit meinem Dressing oder eher Topping nicht mal eine Notlösung.

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Tag 14
Türkische Hühnersuppe. Ein bisschen anders als „unsere“. Eben tomatiger! Aber ist auch ganz einfach und schnell gezaubert.

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Tag 15
Ein Cordon Bleu. Aber eben doch Paleo. Hier ohne Paniermehl, damit aber mit Parmaschinken und Hüttenkäse. Einen Metzger zu finden der gutes Fleisch hat, sprich artgerechte Haltung und Ernährung der Tiere, ist am Anfang die Herausforderung. Aber selbst in manchem Supermarkt, bei mir Edeka, gibt es an der Frischetheke das ein oder andere Angebot.

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Tag 16
Fisch! Ich hab ihn etwas vernachlässigt. Darum heute. Seelachsfilet a la Bordelaise. Natürlich im Paleostyle!

Paleo Whole30
Paleo Whole30

Tag 17
Und wieder mal wurde es hektisch. Lässt sich nicht immer vermeiden. Aber Fasten zwischendurch tut nicht weh.

Tag 18
Auswärts essen mit Freunden. Man kann sich manchmal auch mit einem Steakhaus wegen seiner Paleo-Whole30 rausreden.
Passt!

Tag 19
Wirsingpfanne mit Putenschnitzel. Kohl schmeckt im Winter nunmal am besten. Also die Zeit nutzen!

Paleo 19 - Wirsingpfanne
Paleo 19 – Wirsingpfanne

Tag 20
Shepherd´s Pie! Kann ich mich reinsetzen. Ist was für Zimt-Skeptiker! Ich war auch mal einer!

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Tag 21
Essen bei Schwiegermutter kann auch paleomäßig funktionieren. Wenn Sie ne Gute ist. Meine ist eine.
Zum Dank meine Knusperrezeptur …

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Tag 22
An den Wochenenden wird meist soviel gekocht. Zuviel. Da bleibt für Montags einiges übrig.
Einen kompletten Restetag, inkl. Brownie-Rezept! Die Brownies werden sicher noch öfter auf den Tisch kommen.

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Tag 23
Hähnchenschenkel! Muss man mehr sagen? Knusprig sollen sie sein. Na Klar. Wie aus der früher oft besuchten Polemiken-Schmiede. Hier mit Süßkartoffel-Sticks statt Pommes. Ein Tag als hätte man gesündigt. Hätte!

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Tag 24
Naschwerk aus dem Supermarkt. Manchmal kann man selbst Bananen oder anderes Süßes Obst nicht mehr sehen. Kommt vor. Ich habe deshalb was anderes versucht.

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Tag 25
Nachdem das letzte „Essen gehen“ funktioniert hat. Wurde ich mutig. Die Auswahl des Restaurants ist natürlich wichtig. Am besten kein Chinese oder sonstige Frittiernationen. Spanier kochen mit Olivenöl. Die mag ich. Ein Tapas Abend lässt sich so also durchaus Paleo verbringen.

Tag 26
Die Möglichkeiten sind vielfältig, aber manchmal möchte man gerne was bekanntes. So wollte meine Freundin (Nicht-Paleo!) noch einmal die Brokkolisuppe vom Anfang. Super, brauch ich mir keine Gedanken zu machen, was ich kochen soll.

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Tag 27
Heute auf Missionstour. Einladung bei Freunden. Habe mich angeboten ein SchokoChili zu machen.

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Tag 28
Tja die Missionstour hat leider mich umgehauen. Habe leider etwas zuviel Wein getrunken und wurde dann auch noch zu allem Überfluss schwach und habe Brot gegessen. Das Ziel war nah. Schade! Dennoch gibt es heute ein schönes Rumpsteak.

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Tja leider gescheitert. Aber das bringt uns nicht um. Die nächsten Whole 30 kommen bestimmt. Insgesamt hatte sich aber bereits alles wieder in die richtige Richtung bewegt. Die angefeuerten Pfunde aus der Weihnachts-Cheat-Week sind wieder weg. Insgesamt fühle ich mich wieder besser. Innerhalb der Whole 30 war Tag 27/28 leider das vorzeitige Ende. Innerhalb meiner ansonsten gelebten, gemäßigten Paleoernährung allerdings kein Beinbruch. Ein Cheatday kann durchaus mal sinnvoll und motivierend sein.

Aber die nächste Challenge kommt ja schon am Aschermittwoch. Und zwar diesmal ganz groß und mit vielen Anderen über die sozialen Medien. Bietet so möglichst viel Motivation und Austausch von Rezepten. Die Paleo360er veranstalten über ihre Facebookseite eine neue Challenge. Jeder der sich für Paleo interessiert kann hier auf jeden Fall der Sache mal ein „Go!“ geben. Leichter wird der Einstieg zum Beginn der Fastenzeit wohl kaum sein.