Dre´s Compton ist eigentlich leider keine Bombe

Es tut mir echt leid! Von ganzem Herzen!

Keine Bretter. Nur Steine und Krach. Wir haben Jahre gewartet. Und mit jedem Track, der irgendwo auftauchte, haben wir gehofft Detox ist nah. Jetzt haut er uns um! Jetzt. Jeden Moment kommt Detox.
Wie sich jetzt rausstellt, wird Detox wohl nie das Licht der Welt erblicken.
Dafür bekamen wir ganz überraschend zum Wochenende das wohl letzte Album vom Doktor. Compton! Exklusiv bei Apple Music als Stream oder im iTunes Store.
Eigentlich ein gutes Album. Käme es nicht von Dre.

Warum enttäuscht mich Compton dann?

Meine Erwartungen waren, nicht zuletzt wegen der langen Wartezeit, utopisch und nicht zu erreichen.
Obwohl. Was hab ich erwartet?

In erster Linie Dre-Beats. Und zwar typische. Sollte bei einem Solo-Album also nicht zuviel erwartet sein.
Sicher darf und soll sich ein Künstler weiterentwickeln, aber was wir auf Compton hören ist allenfalls eine Anpassung an die Trap und Autotune verseuchte Amirap-Pampe die mir mittlerweile schon aus den Ohren rauskommt. Dre hat eigentlich immer eine Handschrift gehabt und war dadurch sofort zu erkennen, ähnlich wie Pharrell oder Dj Premier. Diese Handschrift vermisse ich hier leider.

Coole Features. Dre war immer ein guter Scout. Nicht zuletzt Snoop hat The Chronic zu einem Meilenstein gemacht.
Auf Compton haben wir eine Featureliste, die sich sehen lassen kann. Snoop, Kendrick, Cold 187um, Jill Scoot, Xzibit, Eminem und nicht zu vergessen Ice Cube. Dazu die üblichen Neuentdeckungen. Diese verrecken aber fast alle auf unpassenden Beats.
Die Stärke Dres war es einem perfekt sitzenden Anzug um den gefeatureten Künstler zu schneidern. Hier sitzt leider kaum etwas.
Einer der Beats, die noch am besten passen, ist nicht mal Dre sondern von Primo für Anderson .Paak auf Animals.

Rap wie früher. Ich hab keine neue Neudefinition erwartet. Man kann nicht zweimal das Rad neu erfinden. Das hatte er mit G-Funk ja bereits geschafft. Aber das Aufspringen auf den aktuell kommerziell erfolgreichen HipHop-Zug hab ich nicht erwartet.

Alles in allem also keine Wunder, die ich erwartet habe.

Nachdem ersten Hören musste jedoch schnell sagen, Compton empfinde ich beim besten Willen nicht als Dre-Album.
Will es vielleicht ja auch gar nicht sein. Aber ich will ein Dre-Album. Und kein Rocky V als Rap-Album. Bleibt zu hoffen, dass doch ein überraschendes Album namens Detox erscheint. Die Presse allerdings lobt das Album über den Klee.
FAZ, Die Welt, Spiegel Online. Nicht gerade die Anlaufstationen für Berichterstattung zu Rap-Alben. Aber das zeigt wo HipHop mittlerweile steht. Ist halt doch alles nur ein Geschäft. Und so fühlt sich Compton für mich leider an. Als reine Gelddruckmaschine im Fahrwasser des anrollenden NWA-Films. Es bleibt ein fader Beigeschmack.

Ich hab dann über das gesamte Wochenende dem Album eine Chance gegeben. Dr Dre ist zu BIG um zu failen! Leider hat sich meine Meinung nicht grundlegend geändert. Vielleicht kommt es noch. Vielleicht hab ich es nicht verstanden.

Aber es gibt leider keinen Track, den ich unbedingt einem Freund zeigen muss, weil ich einfach nicht fassen kann, was für ein Hammer Brett das ist.Aber heh! Nicht nur Schatten! Eminem haut wieder wild um sich. Das macht Spass. Kendrick ist grossartig. Ihm steht das Album auch aus jüngster Vergangenheit wohl am besten. Snoop läuft zu alter Form auf. Satisfiction sowie Animals sind wohl meine Lieblingstracks auf dem AppleMusic-Promo-StraigtOuttaCompton-Marketingstunt.

Alle die es hören wollen. Müssen sich entweder noch einen Monat gedulden oder Apple einen Besuch abstatten.
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ill-lumi Verfasst von: