Frische Becks-Brise auf dem Biermarkt

Craft-Biere sind in aller Munde. Aber eben nicht sprichwörtlich. Kaum einer bestellt im Internet oder fährt bei seiner freundlichen Nachbars-Garagen-Brauerei vorbei und kauft dort großzügig ein. Problem ist ja teilweise auch der Preis. Generationen wurden mit Kampfpreisen der Fernsehbiere herangezogen. Sowohl das Empfinden für den „richtigen“ Preis, als auch der „richtige“ Geschmack wurde uns von je her quasi indoktriniert. Warum also 8 Euro für ein Bier zahlen? Ich kenn es nicht, weiß gar nicht ob es mir schmeckt. Und ganz ehrlich besaufen will man sich zu dem Kurs nicht. Aber genau das ist der Punkt. Damit soll man sich ja auch nicht besaufen. Da hat sich jemand Mühe gegeben (beim Craft-Bier!), das hat man gefälligst bewusst zu geniessen oder zumindest zu probieren. Immer mehr scheinen das zum Glück auch zu verstehen. Der Fernseh-Biermarkt schrumpft kontinuierlich. Die Craft-Bier-Szene boomt. Als erste Reaktion gab es die BraufactuM-Linie in den Regalen der Edeka-Märkten. Das Sortiment geht quer durch die Bierwelt vom Indian Pale Ale, über Märzen und Co. Einen schönen Bericht gibt es hier bei Chezmatze. Ich will nichts vorwegnehmen, aber einige haben sicherlich auch den Bericht auf zdf info gesehen, und werden wissen das hinter BraufactuM die Radeberger-Gruppe steht. Hinter der wiederum Dr. Oetker steht. Unter denen werden wiederum über 15 Biere gebraut, die alle marginal anders schmecken. BraufactuM bedient aber wenigstens einen Markt für interessierte, sich umschauen- und nicht immer den Einheitsmansch-trinkenwollende Biertrinker. Die sich wiederum dann doch mal auf den Weg machen um gutes Bier zu trinken.
Beck´s (oder Anheuser Busch) ist hier wenigstens ehrlich. Nirgendwo steht was von Craft-Beer. Becks will lediglich, ähnlich wie mit Beck´s Gold, einen Markt bedienen der junge Menschen anspricht. Die vielleicht auch mal was anderes trinken möchten. Aus welchen speziellen Gründen auch immer.

Aber auch hier sehe ich eine Chance, den Wandel zum „Was-das-kostet-8Euro?-Ich-probier-dann-mal-echtes-Bier“ zu erzwingen.
Jetzt aber zum Wesentlichen …


Becks hat 3 „neue“ Sorten hervorgebracht. Laut eigener Aussage mit der teuersten Kampagne ever!
Die Sorten kommen im praktischen 4er-Gebinde und kosten wie das herkömmliche 6er-Gebinde etwa 4 Euro bei REWE. Was das Ganze im Club bei reichlich Musik und „1,2,3…Gudde Laune“ kosten wird, kann ich noch nicht sagen. Allesamt nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut (als wäre das heutzutage noch ein Qualitätsmerkmal).

Pale Ale – charaktervoll hopfig – Inspired by England
Ja ist es. Zumindest voll hopfig!
Und das ist auch schon der Charakter.
Sehr hopfiges Bier. Die Schaumkrone ist dann allerdings sehr englisch. Nämlich nicht vorhanden.
Aber ich mag´s. Würde ich jeder Zeit einem anderen Beck´s vorziehen.
Wie es sich für ein Pale Ale gehört mit ordentlich Wumms. 6,3 % Vol. sind drinne.
Seh also schon die Ersten, die sich im Club erstmal hinsetzen wollen.

pale_ale

Amber Lager – aromatisch vollmundig – Inspired by Australia
Schön malzig. Schöne bersteinige Farbe.
Im Gegensatz zum Pale Ale, ordentliche Krone.
Und für mehr als 2 auch nicht zu empfehlen. Hier schlagen auch 5,7% zu.
Aber auch das würde ich anderen Fernsehbieren vorziehen.

amber_lager

Als dritte Alternative bietet Becks das Ur-„Eigengewächs“ 1873 an. Hab ich jetzt nicht probiert.
Beck´s Pils ist eigentlich nicht mein Favorit aus dem Supermarktregal. Folgt aber sicherlich.
Einfach weil ich dann doch neugierig bin, inwiefern dass denn jetzt anders ist.

Also definitiv mal ein Versuch wert. Wer Craft-Bier erwartet wird aber enttäuscht sein.

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ill-lumi Verfasst von: