Magic In The Moonlight

Mmmh. Erster Film im neuen Jahr.

Wie bei bis jetzt jedem neueren Film von Woody Allen, musste ich den natürlich im Münsteraner Schlosstheater sehen. Die heisse Schokolade war diesmal leider das Beste am Kinobesuch. Das mal vorweg!


Es wird wieder viel im Woody-Alleen-Stil „gequasselt“ und „gequasselt“ und „gequasselt“, es gibt ein paar tolle Momente, Colin Firth spielt den britisch spießigen aalglatten Snob fantastisch (aber wann hat er das mal nicht) und Emma Stone macht dem Zuschauer schöne Augen. Aber mehr passiert leider nicht. War man in Midnight in Paris total verzaubert und ist eingetaucht in das längst vergangene Paris der 20er Jahre, rutscht man hier leider nicht mal ansatzweise in die 20 Jahre. Lediglich der Alfa Romeo und leichte Charlestonklänge erinnern einen dann und wann einmal an das Bühnenbild der Varieté-Künstler Colin Firth, ein weltbekannter Magier, der die junge und attraktive Seherin Sophie (Emma Stone) entlarven soll. Diese, so vermutet ein alter Freund (auch Magier), möchte eine an der Côte d´Azur ansässige Familie um deren Reichtum betrügen. Der Nietzsche-Fan und Misanthrop (einen braucht in jedem Woody Allen) reist an und möchte die Schwindlerin natürlich nur zu gerne auffliegen lassen. Gelingt ihm … nicht. Eher schafft sie es in ihm die Zweifel zu wecken um sein ganzes Weltbild in Frage zu stellen. Ist doch nicht alles wissenschaftlich und rational zu erklären. Gibt es doch ein Leben nach dem Tod. Gibt es Gott?
Sie, obwohl aufs heftigste Umworben vom Junior der reichen Familie, verliebt sich in den älteren Magicus, doch ihre Liebe wird von ihm nicht erwidert, geschweige den bemerkt. Schliesslich verfällt er dann doch, dank der Hilfe seiner Lieblingstante, irgendwann ihrem Charme.

Vielmehr passiert leider nicht. Erstaunlich dann doch, dass der Film knappe 100 min. dauert. Wirklich langatmig ist er nicht, aber man ist bessere Kost vom Stadtneurotiker gewohnt. Whatever Works mit Seinfeld´s Larry David war da zum Beispiel um längen besser und hatte auch nicht mehr Story.
Aber hier hatten die Figuren leider genauso viel Tiefe wie das Setting der 20er Jahre. Es war einfach irgendwie egal.

Für Fans von Woody Allen allerdings: Anschauen. Oder eben auch nicht.
Alle Anderen werden sich in den Film wahrscheinlich eh nicht verirren.

2/5 Sterne
Sorry, Woody!

Genre: Komödie/Lovestory
Regie: Woody Allen
Darsteller: Colin Firth, Emma Stone
Laufzeit: 98 min.
FSK: ohne Altersbeschränkung
Verleih: Warner

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ill-lumi Verfasst von: